map_simpleBistumskarteJetzt spenden
Lakomy_1340_550

‚Mehrwert‘ für ctm Einrichtungen und Mitarbeiter

Norbert Lakomy baut die neue Stabstelle für Christliche Unternehmenskultur in der ctm auf

Für Norbert Lakomy hat ein neuer Abschnitt bei der Caritas-Trägergesellschaft St. Mauritius (ctm) begonnen. Hat er doch knapp zwanzig Jahre das Pflegezentrum St. Mechthild in Eisleben geleitet, so hat er heute den Blick von außen auf die Einrichtung. Und das nicht nur im sprichwörtlichen Sinne. Nur wenige Meter entfernt von den Portalen des Pflegezentrums liegt sein Büro. Wenn er aus dem Fenster im ersten Stock des alten Herrenhauses auf dem Klostergelände in Helfta schaut, hat er das gesamte Gelände im Blick. Jeden Morgen läuft er an „seiner“ ehemaligen Einrichtung vorbei. „Es ist schon ein komisches Gefühl, denn ich habe unglaublich viel erlebt und gestalten können in dieser Zeit.“ Auch dass er vor fast 18 Jahren das Haus gemeinsam mit der ctm aufgebaut und konzipiert hat, macht den Abschied nicht leichter.

Seine Nachfolgerin, Veronika Malina, ist in der Eisleber Pflegelandschaft keine Unbekannte. „Sie hat mehr als zwei Jahrzehnte die Eisleber Caritas-Sozialstation geleitet und bringt nun noch Erfahrungen aus dem Staßfurter Pflegeheim mit - das sollte passen“, ist sich der 59-Jährige sicher. Norbert Lakomy wurde die Stabstelle für Christliche Unternehmenskultur anvertraut. Er kümmert sich sozusagen um das Wohl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sämtlicher Einrichtungen der ctm.  

Eine neue Stabsstelle! Warum macht die ctm so etwas? Zwei Pflegekräfte vor Ort wären dringender. „Dieses Bild ist auch in meinem Kopf“, gesteht Lakomy, der gelernter Krankenpfleger ist. „Dennoch sehe ich es nicht als Luxus, sondern, wenn man so will, als einen ‚Mehrwert‘ für unsere Einrichtungen und Mitarbeiter.“ Seelsorge, Beratung, systemisches Coaching - all das sind Bereiche die er fortan mit Leben füllen möchte. Für das Coaching hat er eine Fortbildung über zwei Jahre an der INVIA-Akademie in Paderborn absolviert und unterschiedliche Beratungsformate kennengelernt. Der Begriff Coaching stammt ja aus dem Englischen und ist inhaltlich vergleichbar mit der Funktion des Kutschers. „So möchte ich meine Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern verstanden wissen. Ich lenke und begleite, den Weg zu ihrem Ziel sollen sie aber selber finden.“

Das können Mitarbeiter Personen sein, die ihre Arbeit reflektieren und neue Impulse gewinnen wollen. Oder Unterstützung bei Karriereplanung suchen. Darüber hinaus möchte Lakomy Krisenbewältigung oder Fallbesprechungen anbieten. „Gerade im Rahmen unserer Arbeit ist es wichtig, die Mitarbeitenden nicht allein zu lassen. Themen wie Tod oder Krankheit, Traumata oder seelische Behinderungen gehören zum Alltag. Da brauchen auch wir Methoden, über die wir das Erlebte verarbeiten können.“

Als Baustein zur Supervision sieht sich der ehemalige Einrichtungsleiter und möchte darüber hinaus aber auch religiöses Wissen vermitteln und festigen. „Ich denke an Besinnungstage oder Momente der Stille, die uns Gott ein Stück näher bringen und uns neue Kraft für unseren Alltag geben können.“  Auch wenn er nicht selbst all diese Impulse bringen kann, so will er doch als Vermittler für Interessierte fungieren. Pfarrer Matthias Weise könnte ihn bei diesen Vorhaben unterstützen. „Wir werden künftig sicher viel gemeinsam anbieten.“ Die Fortbildungen im Palliativen Bereich und die ethischen Fallbesprechungen werden dazu gehören.

Das neue Aufgabenfeld wurde auch bereits von der Öffentlichkeit wahrgenommen. So wurde er angefragt, in der Ethik-Kommission der Helios-Kliniken im Mansfelder Land mitzuarbeiten. „Ein positiver und sinnvoller Nebeneffekt“, meint Lakomy, der vor Jahren selbst in den Kliniken tätig war. In seiner Heimatpfarrei Eisleben ist Norbert Lakomy Gottesdienst-Beauftragter. Um diese Erlaubnis möglicherweise auch auf die Einrichtungen der ctm zu erweitern, laufen derzeit Gespräche mit Bischof Dr. Feige.

Ähnlich wie damals beim Aufbau der Einrichtung kann Norbert Lakomy seinen neuen Arbeitsbereich selbst strukturieren. „Aktuell versuche ich, mir erstmal einen Überblick zu verschaffen. Dann aber möchte ich den Mitarbeitern deutlich machen, welche Möglichkeiten ihnen sich jetzt bieten. Ich will Bedarfe wecken.“ Da es seine Stelle in der Form noch nicht gab, obliegt es nun seinen Ideen, diesen neu geschaffenen Raum mit Sinn und Vertrauen zu füllen. Denn hier sieht er eine wesentliche Komponente, die zum Gelingen seines Auftrags beiträgt. „Damit ich in meiner neuen Funktion angenommen werde, muss ich das Vertrauen der Kolleginnen und Kollegen gewinnen und Verständnis für das Neue wecken.“ Sahen sie ihn bislang in seiner Leitungsfunktion, ist er nun unabhängig von der Leitung und möchte auch da sein, wenn sich jemand mal „auslassen“ will. „Es ist mir ein Anliegen, für die Menschen da zu sein. Das war bisher so und wird mich auch in Zukunft begleiten.“

Bernadette Olma/Foto: Olma

Themen und Partnerportale