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Vigilate et Orate

Vor 15 Jahren: Amtseinführung von Dr. Gerhard Feige als Bischof von Magdeburg

Eigentlich wollte Bischof Dr. Gerhard Feige in der Kathedrale St. Sebastian heute (16. April) seine Amtseinführung als Bischof von Magdeburg vor 15 Jahren feiern. Doch auch dieser Gottesdienst und die Feierlichkeiten mussten wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ausfallen.  Als Bischof Feige am 16. April 2005 von dem Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker in sein Amt eingeführt wurde, „habe ich nicht geahnt, wie viel Gegenwind ich auch im Laufe der Zeit abbekommen würde. In den letzten Jahren hat das sogar noch zugenommen“, sagte Bischof Feige in einem Interview mit dem Pastoralmagazin MOMENT. „Den einen ist man zu liberal, den anderen zu konservativ. Für manche sind inzwischen die meisten deutschen Bischöfe dem sogenannten Zeitgeist erlegen und vom wahren katholischen Glauben abgefallen, andere dagegen beklagen deren Wirklichkeitsverlust und mangelnden Reformeifer.“

Und jetzt kommt zu all den Herausforderungen im Bistum Magdeburg auch noch Corona und die damit verbundenen Absagen von öffentlichen Gottesdiensten, Erstkommunion-Feiern, Firmungen, Taufen und Veranstaltungen. „In dieser Situation stellt sich manche Hilflosigkeit ein“, schrieb der Bischof jüngst in Christ&Welt. „Wie soll man darauf reagieren, dass plötzlich fast alles nicht mehr so ist wie gewohnt, vieles abbricht, die Kontrolle über wesentliche Lebensvollzüge verloren geht und sich vielleicht eine große Leere auftut?“

Dazu passt auch der Wahlspruch unseres Bischofs: Vigilate et Orate. Um die gegenwärtige Situation im Geiste Christi zu bestehen und offen für seine Zukunft zu sein, hält es der Bischof für wichtig, zu wachen und zu beten. „Wachsamkeit heißt dabei für mich: nicht überall nur Unheil zu wittern, Scheuklappen anzulegen, in eine Scheinwelt oder ein Getto zu flüchten und Konflikte auszuklammern, aber auch nicht jeder Mode oder Meinung dieser vergänglichen und auch sündigen Welt zu verfallen, sondern möglichst viel der ganzen Wirklichkeit mit ihren Freuden, Leiden und Nöten wahrzunehmen, alles kritisch zu prüfen und nach dem Willen Gottes zu befragen, sensibel, gelassen und hoffnungsvoll zu bleiben und nach den Zeitzeichen Christi Ausschau zu halten. Wir dürfen nicht müde werden, uns darum zu mühen, das Evangelium ansteckend zu leben und zu verkünden, die Einigung der Christen voranzutreiben und auch gesellschaftliche Probleme mitzulösen. Das aber kann auf Dauer nur der aktiv mittragen, der einen tiefen Glauben hat, ganz auf Gott setzt, dankbar seine Erlösungstaten feiert und sich ihm im Gebet anvertraut. Das beharrliche Stehen oder Knien vor Gott ist die verheißungsvollste Form, innerlicher Leere zu entgehen, Trost, Kraft und Zuversicht zu finden sowie größere Glaubwürdigkeit zu gewinnen.“

Erst am vergangenen Gründonnerstag hat die Kathedral-Schola dazu gesungen.

(sus/pbm/Video Eulenspiegel-Multimedia)

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