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Gottesdienste unter bestimmten Bedingungen wieder möglich

2. Brief des Bischofs an alle Gläubigen und an alle Verantwortungsträger im Haupt- und Ehrenamt

Liebe Schwestern und Brüder, 

die Corona-Pandemie hält uns seit Wochen in Atem, und es bleibt weiterhin schmerzlich, Gottesdienste nicht in der gewohnten Form feiern zu können. In meinem Brief vom 6. Mai 2020 habe ich den Verzicht auf sogenannte öffentliche Gottesdienste begründet und zunächst bis einschließlich 24. Mai 2020 begrenzt. Nun steht die Frage an, wie es weitergehen kann.

Wie ich aus Rückmeldungen erfahren habe, werden meine Bedenken, dass unsere Liturgien unter den vorgeschriebenen hygienischen Vorschriften kaum angemessen und würdig gefeiert werden können, von vielen geteilt. Es gibt dazu aber auch andere Meinungen. Obwohl meine Bedenken nicht wirklich ausgeräumt sind, kann ich den Wunsch von Gläubigen nach zugänglichen Eucharistiefeiern und tatsächlich erfahrbarer gottesdienstlicher Gemeinschaft verstehen. Zugleich wird der Umgang mit der Ausnahmesituation politisch und gesellschaftlich schrittweise gelockert.

Auf diesem Hintergrund halte ich es für verantwortbar, die Feier von Gottesdiensten vor Ort unter bestimmten Bedingungen wieder zu ermöglichen. Deshalb bitte ich alle Haupt- und Ehrenamtlichen, sich gemeinsam über das weitere Vorgehen zu beraten und zu ent-scheiden, ob und wie in den jeweiligen Gemeinden Gottesdienste gefeiert werden können.

Dabei sind vor allem folgende Fragen zu bedenken:

  • Ist die Teilnahme am Gottesdienst für diejenigen möglich, die gerne teilnehmen würden – oder werden Gläubige ausgeschlossen?
  • Ist eine würdige und lebendige Feier möglich?

In jedem Fall müssen die verbindlichen Mindeststandards eingehalten werden können. Außerdem sind dabei immer auch die unterschiedlichen Verhältnisse unserer Gemeinden und Gebäude zu berücksichtigen. Wir haben kleine Gemeinden mit großen Kirchen und große Gemeinden mit kleinen Kirchen. Zudem sind die jeweils aktuellen Vorgaben der Länder und Landkreise zu beachten.

Auch liegt mir weiterhin sehr daran, dass diejenigen, die zur sogenannten Risikogruppe gehören – ob das Gottesdienstfeiernde oder Priester, Diakone, Gottesdienstbeauftragte sind – sich nicht zu Handlungen drängen lassen, die ihre Gesundheit gefährden.

Liebe Schwestern und Brüder, nach wie vor braucht es in dieser Krisenzeit gelebte Solidarität, und zwar in mehrfacher Hinsicht: zum einen, dass wir weiterhin mit dafür Sorge tragen, die Ansteckungsgefahr durch das Corona-Virus einzudämmen – zum anderen, dass niemand bewusst ausgeschlossen wird. Gefragt sind Sensibilität und Aufmerksamkeit füreinander.

So kann es weiterhin geboten sein, vorerst noch auf öffentliche Gottesdienste zu verzichten und stattdessen in anderer Weise miteinander zu beten und sich über den Glauben auszutauschen. Auch das macht unser Christsein ebenso aus wie die tätige Nächstenliebe und das selbstlose Engagement.

Die nun notwendigen Anpassungen der entsprechenden Anordnung werden in der kommenden Woche veröffentlicht.

In geschwisterlichen Verbundenheit erbitte ich uns allen Gottes Segen

Ihr Bischof

+ Gerhard Feige

Magdeburg, 20. Mai 2020

Brief des Bischofs als pdf zum Download

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